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… was bisher geschah (Teil 4)

Zurück in die Vergangenheit: der Gran Premio Nuvolari

Ich kann es selber noch nicht richtig glauben, was ich in diesen vier Tagen letzten Herbst erlebt habe; ein Highlight reiht sich an das andere. Die traumhaften Momente fanden ihren Gegenpart im katastrophal schlechten Fahrvermögen der Italiener. Die guten Momente vermochten das Spiel aber in frappierendem Ausmass für sich zu entscheiden. Was Beginn und Ende verbindet: die Hin- und Rückreise über den Bernina. Für mich und viele andere ist er der schönste Pass der Schweiz und einen Wochenendausflug wert, doch dieses Mal war er nur ein kleiner Teil des Gesamterlebnisses: Mit dem Caterham zum Gran Premio Nuvolari.

Simon, der Vor-Vor-Besitzer des grünen Lords, hat eine Schwäche für alte Autos. Ich auch. Seine ist so gross, dass er öfters an Oldtimer-Veranstaltungen teilnimmt. So auch im letzten Jahr, am Gran Premio Nuvolari und zwar mit einem 1938er Jaguar SS 100 . Neben der Mille Miglia ist der GP Nuvolari die grösste Oldtimer-Veranstaltung Italiens. Er führte die bis zu 86 Jahre alten Autos in drei Tagen durch die Emilia Romagna und die Toskana, von Mantova über Rimini nach Siena und wieder zurück.

Vor einigen Jahren durfte ich als Simon’s Co-Pilot in seinem Caterham R400 die Mille Miglia geniessen, wobei sich mir nicht nur die schöne Seite Italiens eröffnete: Zu sehen, wie Autos aus der Vorkriegszeit am Limit bewegt werden, lässt mir auch in Gedanken daran noch die Nackenhaare zu Berge stehen. Ich entschloss mich, den GP Nuvolari im grünen Lord vor Ort mitzuerleben.

So fuhr ich also am Donnerstagmittag, ausgerüstet mit Navi, Musik und zwei Hotelreservationen in den Süden: Lenzerheide, Julier, Bernina, Aprica und dann auf unzähligen, winzigen Strässchen über den Berg zum Gardasee wo ich in Desanzano mein erstes Zimmer bezog und nach einer Pizza und gutem Kaffee mit wummerndem Körper wohlig entschlief (das treibende Wummern und der sturme Kopf hielten an bis am Montag Morgen nach dem Ausflug, als mich der Wecker zurück in den Stollen rief).

Am Freitagmorgen fand im Palazzo Te nahe Mantova die technische Abnahme statt. Der Start war am Mittag auf der Piazza Sordello, was mich dazu bewegte, den Morgen ruhig anzugehen. Nach leichtem Regen traf ich einige Zeit vor dem Start Simon und seinen langjährigen Co-Piloten Hanspeter zu einem Cappucino. Gestartet wurde in der Reihenfolge des Alters. Die Startnummer 1 ist schon seit vielen Jahren für Tazio Nuvolari reserviert, so dass das erste, startende Auto die Nummer 2 trug, ein Schweizer Bentley aus dem Jahre 1923. Dahinter folgten einige Bugatti der Typen 23, 35 und 37 und weitere eindrucksvolle Vorkriegsfahrzeuge von Alfa Romeo, Amilcar, Riley, Lagonda, Jaguar oder Aston Martin, um nur einige Marken zu nennen. Die Fahrer stammten grösstenteils aus Italien, aber auch aus Deutschland, Frankreich, Holland, der Schweiz, oder reisten gar aus Japan, Argentinien oder Brasilien an. Der Hauptsponsor Audi stellte einige historische Pretiosen, wie auch die diversen Presse- und Begleitfahrzeuge: Man sah des Öfteren Fotografen auf dem Heck eines Audi RS4 Cabrios liegend oder auf dem Sitz eines Lamborghini Gallardo Spyder stehend die fahrenden Autos ablichten.

Die erste Etappe führte zurück zum Palazzo Te, wo vorher die technische Abnahme statt fand und nun einige bis zu 12 Sekunden kurze Wertungsprüfungen warteten. Die Route führte weiter über Suzzara, Imola, San Marino und über den Rundkurs von Misano zum Grand Hotel Rimini. Weil jede Abzweigung mit roten Pfeilen gut gekennzeichnet waren, fand ich den Weg auch ohne Karten-Susi gut und erlebte so nicht nur alle Wertungsprüfungen, sondern auch die ganzen Stempelkontrollen mit. Diese waren oft an sehr prominenter Stelle, auf Dorfplätzen oder in Schlössern. Schon von Beginn weg stahl mein Super 7 manchem “original” Oldtimer die Show und vermochte sich stets unbemerkt als Teilnehmer auszugeben. Das einzig entlarvende war die fehlende, grosse Startnummer mit dem Gran Premio Nuvolari - Schriftzug. Meine Tarn-Bemalung bestand aus dem offiziellen Teilnahme-Schild von 2005, dessen aktuelle Ausführung auf allen teilnehmenden Fahrzeugen angebracht war. So wurde ich wie die teilnehmenden Fahrzeuge durch Stempelkontrollen und Zwischenverpflegungs-Punkte gewunken.

Die Etappen des ersten Tages führten auch über die GP Strecke von Imola, wo ich auch unschuldigerweise hineingewunken wurde. Auf dem Rundkurs fanden einzelne Wertungsprüfungen statt, was mich vor der Einfahrt auf den Kurs zögern liess. Schliesslich hängte ich mich aber an ein Presse-Auto, das in gemächlicher Fahrt einen Oldtimer der Auto Union über die Strecke begleitet. Die Strecke war sehr eindrucksvoll, sehr eng für einen F1-Circuit und mit Höhenunterschieden, wie man es am Fernseher nicht wahrnimmt. So konnte ich es mir auch nicht verkneifen, die eine oder andere Kurve im Renntempo zu nehmen, was anscheinend auch den Fotografen zu gefallen schien.

Gegen Abend holte uns der Regen wieder ein und die Strecke führte im Dunkeln über sehr enge, verwinkelte Strässchen bergauf und bergab. Obwohl ich darüber dankbar war, in einem einigermassen modernen Auto zu sitzen, wurde es langsam unangenehm, kalt und spät, so dass ich das Navi montierte und mich zu meinem Hotel in Rimini aufmachte. Dabei verpasste ich nicht nur die Nacht-Wertungsprüfungen auf der Rundstrecke in Misano sondern beim Montieren des Navis meiner Scheibe einen Sprung. Dumm gelaufen, aber Hotel gefunden, Auto in der Garage parkiert und  nach einem Happen italienischer Küche wieder wohlig eingeschlafen.

Am Samstagmorgen klingelte mich der Wecker in unmenschlicher Frühe aus dem Schlaf: mein Mitfahrer kam mit dem Zug in Rimini an. Also machte ich mein Auto bereit und fuhr los in Richtung Bahnhof. Das morgendliche Treiber der Stadt hatte noch nicht richtig begonnen, die Sonne regte sich langsam und die Oldtimer bemühten sich, die Stadt aufzuwecken. Nachdem der leichte Beifahrer und sein spärliches Gepäck verstaut waren, erlebten wir, wozu 80 jährige Autos im Stande sind, wenn sich die Rennleitung tolerant zeigt. Am Freitag machte ich mich mit den ersten Autos auf den Weg und hielt hier und da an, um die Eindrücke einzufangen. Das führte dazu, dass ich bis zum Abend in den hinteren Teil des Feldes geschwemmt wurde. Am Samstag sahen wir dann ein, dass ein schwerer Gasfuss nötig ist, um die Pace der Oldtimer zu halten. Angesichts der hohen Alter der Autos galt die Devise: pedal to the metall!

Die Etappen des Samstages führten uns 500Km durch die traumhaft schöne Toscana, über Arezzo mitten auf die Piazza del Campo, wo sonst nur Fussgänger oder Pferde rein dürfen. Nun wurde neben James Bond also auch uns diese Ehre zu Teil, was wir in vollen Zügen genossen. Ab Siena kürzten wir die Route direkt nach Radda in Chianti ab, wo wir bei einem vorzüglichen Mittagessen an der Strasse die vorbeibretternden Kisten bestaunten. Simon und Hanspeter gesellten sich zu uns und nahmen sich einige Minuten Zeit für einen Caffè. Weiter zogen wir mit einigen kurzen Pausen und im Schwarm der vielen 356er Porsches zurück nach Rimini, wo wir in den Genuss des grossen Gala-Dinners kamen: Die Apéritiv-Häppchen hätten uns schon zufrieden gestellt, ganz zu schweigen vom riesigen Haupt-Buffet, das für jeglichen Geschmack eine Köstlichkeit bereit hielt. So hatten wir auch an diesem Abend dank des vorzüglichen Weines keine Mühe beim Einschlafen.

Am letzten Tag verliessen wir wieder früh die Federn, um die ältesten Autos des Feldes zu begleiten, welche jeweils als erste Starteten. Es war erneut eindrücklich, wie die Fahrer alles aus ihren Pretiösen holten. Es wurde spontan eine dritte Spur gefunden, bei roten Signalen überholt und bei Gelegenheit auch ab und an die Strasse nach links und rechts erweitert: Mit 130Km/h über Land, von Dorf zu Dorf, jedes mit jubelnden Menschenmassen gesäumt.

Um einigermassen rechtzeitig wieder zu Hause zu sein verabschiedeten wir uns bei Ferrara vom Tross und machten uns über schnelle Strassen auf den Heimweg. Der grüne Lord begnügte sich während der vier Tage trotz der zügigen Fahrweise mit 9 Litern Benzin pro 100Km und machte auch sonst keinerlei Anstalten. Es war ein rundum perfektes Erlebnis. Darum nicht zuletzt der Dank an Simon für die Vermittlung, die Insider-Tips und das herrgöttliche Luxus-Dinner. Vom 17. bis zum 20. September 2009 steht ein dicker Balken in meinem Terminkalender: Vergangenheit, ich komme wieder!

… was bisher geschah (Teil 3)

Kurz vor Saisonschluss veranstaltete AS-Racing ein freies Fahren auf dem Anneau du Rhin. Auf dem zweiten Satz Pneus war noch etwas Profil drauf und die Kamera war auch wieder mit von der Partie. Neben vielen Bonsai-Ferraris, 968er Porsches und einigen 911ern waren wir (4 Caterham und eine Exige) und eine Hand voll Formelfahrzeuge mit von der Partie. Der Tag war ein Traum. Pausenloses Kurvendrehen, Porsches jagen und an der Ideallinie feilen. Aus den ganzen Aufnahmen passten zwei so gut zusammen, dass ich daraus ein Bild-in-Bild-Video schnitt:

Um den Clip in hoher Auflösung zu schauen, klicke auf das Dreieck unten rechts im Clip und dort auf die Buchstaben “HQ”!

Die Exige und mein HPC rollten auf Semislicks, die Porsches (968CS und 996 GT3 RS) sowie der Honda Integra auf Slicks. In den Kurven könnt ich noch einiges mehr wagen und auf der Bremse verschenke ich auch noch viel. Aber was solls. Es war ein riesiger Spass ohne technische Probleme. Ach ja, beschämt muss ich noch zugeben: Auf der Heimfahrt rollte mein HPC auch auf Slicks…

… was bisher geschah (Teil 2)

Gleich einige Tage nach Korsika, im frühen Juni, verbrachte ich wieder eine gute Woche mit drei anderen Caterhams in Sardinien. So entstand die Albatros Rallye, eine freudige, zügige Veranstaltung von Olbia nach Olbia. Uns hat der Humor nie verlassen. Und, Schande über uns, aber vor lauter Fahren waren wir kein einziges Mal im Wasser…

Um den Clip in hoher Auflösung zu schauen, klicke auf das Dreieck unten rechts im Clip und dort auf die Buchstaben “HQ”!

Nachtrag: Lausbubenferien

Das Vorwort:
Hallo Lesende, liebe Reisebegleiter. Gerne berichte ich, mit reichlich Verspätung, von unserem Ausflug nach Sardinien im Jahr 2009. Ich bin Mathias und irgendwas sagt mir, dass die anderen Protagonisten der Geschichte nicht beim Namen genannt werden müssen. Alles ist frei von mir erfunden und allfällige Koinzidenziositäten entspringen dem gemeinen Zufall. Also los, viel Spass beim Lesen!

Die Hinfahrt:
Abgemacht haben wir in Reichenau. Doch schon vor dem ersten Treffen, hat sich einiges ereignet. 6 Autos sollten den Weg nach Sardinien finden. Im Jahr davor kamen von vier nur drei mit eigener Kraft zurück. Dieses Jahr hat es eines nicht einmal bis nach Sardinien geschafft: Eine langjährige Geschichte mit mehreren Reparatur-Versuchen hat ihr Ende mit einem Motorschaden in der Nähe der Schweiz-Italienischen Grenze gefunden. Glücklicherweise konnte der Betroffene auf seinen Bruder mit einem Seven zurückgreifen, so dass er trotzdem stilecht mit uns zur Fähre fahren konnte. Von den restlichen Autos hatte eines wenige Tage vor der Abfahrt noch einen Alternator nötig und ein anderes einige Kabelbinder, damit sich der Auspuff nicht in die Flucht schlage konnte…
Es ist erstaunlich, wie schnell man in Genua ist (ohne dabei zu schnell fahren zu müssen). Und es ist auch erstaunlich, wie viel Spass die letzten Kilometer durch die Täler und Häuserschluchten von Genua bereiten können. Was der erste Tag auch brachte, war eine einsichtige Erinnerung: die Italiener sind katastrophale Autofahrer. Es ist also dauernde Vorsicht geboten. Zum Glück ist der Caterham so schmal! Am Abend auf der Fähre wurde der offizielle Aufkleber der Rallye “Olbia - Olbia” für das nächste Jahr entworfen: neben den aktuellen Sponsoren Fiat Fiorino und Urinex durfte im nächsten Jahr ein Geburtstags-Bunny und die Natelnummer des kompetenten Opel-Spezialisten nicht fehlen!

Die Ankunft:
Kaum aus der Fähre geflogen und schon wieder 250Km bis zum Hotel gemacht: neben einigen brummigen Marschflug-Kilometern waren auch viele Kurven mit dabei. Einige davon waren nicht nur tückisch, sondern auch sandig, so dass ein Rutscher eine kaputte Felge nach sich zog. Der Einstand war so vielleicht nicht erfreulich, doch trotzdem haben wir den ersten Tag auf der Insel genossen. Nicht nur die Motoren liefen heiss. Nein, auch die äussere Hitze war enorm, so dass wir alle sichtlich dehydriert vor dem Einchecken ein Bier in der Strandbar genossen und uns über die schönen Aussichten erfreuten: Das Meer in verschiedenen Türkis-Tönen, einige hohe Wasserfälle und Bojen; alles prächtig.
Der einladende Innenhof vor dem Hotel hat auch im letzten Jahr als “parc fermé” gedient. In diesem Jahr mussten für die 6 Seven aber noch Autos umparkiert werden. Die, je nach Geschmack, ansehnliche Chef-Gattin hat beim Versuch, das Auto aus dem Hof zu fahren, einerseits nach dem Einsteigen schon wieder vergessen, dass gleich hinter ihr ein Seven steht und sich andererseits auf die Park-Hilfe verlassen. So fuhr sie ohne elektronische Warnung, dann aber durch laute Rufe gebremst in einen Kotflügel, was uns nicht einmal ein freies Nachtessen einbrachte. Alles halb so schlimm, ist also das Fazit des ersten Tages. Wir waren alle sichtlich froh, im Land der aussterbenden Geraden eingetroffen zu sein. Diese Freude liess sich auch nicht schmälern durch Fleischstücke, die zwar “durch” bestellt, jedoch nur scheintot geliefert wurden. Die Dusche und der Alkohol brachten uns auf den Boden zurück, so dass wir mit offenen Drosselklappen wummernd und knatternd einschliefen.

Die Vorahnung:
Am Abend des zweiten Tages war mir mulmig zu Mute. Der Morgen begann wie gewünscht, mit einigen, direkt aneinander gelegten Bergrennstrecken, bei denen man mit vollem Einsatz nur knapp die Höchstgeschwindigkeit überschreiten hätte können. Leider hatten es die Carabinieri versäumt, in der Nacht zum zweiten Tag alle Kurven sauber zu fegen, so dass ich eher unfreiwillig den Kopf drehen musste, um die Fahrtrichtung nicht aus den Augen zu verlieren. Zuerst war die Strasse vorne, dann auf einmal scharf links, dann scharf rechts und dann gleich neben mir. Virtuoses Kurbeln am Volant gab mir die Kontrolle über das Fahrzeug zurück. Trotz allem gelang es aber meinem Herz, das Zwerchfell zu durchdringen und in meine Unterhose zu rutschen. In den engen Gurten brauchte ich dann fast eine Stunde, bis ich es wieder am linken Fleck hatte. So waren für mich auch einige Zeit lang die Kurven nur wenig geniessbar (ähnlich wie vollverschalte Meeresfrüchte, die da unten richtigerweise Kotze heissen). Irgendwann am Nachmittag wollte sich dann auch meine Kupplung verabschieden, so dass, Drehmoment-Klein-Wunder sei Dank, nur noch die 6te Welle benutzt und einfach das Anhalten ausgelassen wurde. Der Mechaniker meines Vertrauens lieh mir auf dem Weg zu Mario’s Pizzeria sein Drehmoment-Wunder um meine Kupplung zu probierfahren: “Nichts Ernstes”. Mein Gemüt wurde wieder etwas heller. Vor allem auch, als wir bemerkten, dass das Klacken in Linkskurven von einer Losen Batterie in meinem Motorraum herrührte. Diese war mit zwei Schrauben nach einigen Minuten wieder fest verankert. Alles wieder gut, oder?

Die SS125
Um zurück zur Wonne zu finden, verkündete ich einen stressfreien Tag. Das Ziel war mir bekannt, so dass ich mich alleine auf den Weg machte: die SS125 wartete auf mich! Video hier, Foto da, flüssige Fahrt, Camper und Deutsche hinter mir lassend. Leider hatte ich kurze Leistungsaussetzer, ähnlich wie am Tag zuvor. Diese häuften sich schon am Morgen früh und brachten schlussendlich meinen Motor zum Erliegen. Ein früher Verdacht: Benzinpumpe zu leise! Ein sympatischer Jemand war extrem hilfsbereit, kehrte zu mir um und zog mich zurück ins Hotel um mir anschliessend seinen Beifahrerplatz im “R399″ anzubieten. Nach einer Erfrischung in Santa Maria Navarrese durfte ich dann auch noch einen R500 erleben: der schreit nicht nur, wie vom Affen gebissen, sondern hat auch ein dickes Leistungs-Gummiband, das von 4500 bis 9200 Umdrehungen reicht (darüber wird aus dem Gummiband eine Besteckschublade). So hatte ich trotz passivem Herumsitzen einen spassigen Tag. Danke euch, Jungs, ihr wart grossartig!

Der unfreiwillige Copilot
Mein Zimmernachbar ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen (ausser im Schlaf). So widmete er einen guten Teil des Mittwochmorgens meiner Benzinpumpe. Sein gutes Zureden half nicht viel. Erst das Überbrücken des Pumpen-Relais und die zündende Idee vom R500-Piloten hauchten den Motor wieder Leben ein. Ich fand so mein Glück wieder und hielt es fest im Griff. Bis es mir eine halbe Stunde später die sardischen Felsen runter fiel. Ihr müsst wissen, es ist schwer, so ein Glück zu halten, wenn man mit beiden Händen lenken muss! Da kommt nach jeder Rechtskurve eine Linkskurve und nach der Linkskurve dann eine Rechtskurve, oder sogar noch eine Linkskurve und dann eine Rechtskurve und so weiter, ohne aufzuhören! Zurück zum roten Faden: im Sandwich aus zwei Wohnzimmern auf Rädern liess sich kein Gang mehr einlegen. Nach einem eleganten Überholmanöver folgte so also ein mindestens so elegantes Ausrollen mit Pannenblinkern am Strassenrand: die Kupplung hauchte ihr Leben aus und machte den grünen Lord zur Machina Merda. Man (oder eben mein Profischrauber) konnte noch fahren, so dass wir die Fahrt zum zweiten Hotel in Santa Maria Navarrese fortsetzten: Mir wurde ein Auto mit Motorrad-Vergasern überlassen, das mir zeigte, wie gut ein Seven liegen und gehen kann (das Hüpfen hab ich nicht getestet). Die Versicherung versprach mir am Abend, meinen Caterham innerhalb von 10 Tagen in die Schweiz zu bringen. Vor mir lagen also noch vier Tage als Beifahrer und Klotz am Bein. Das soll jetzt nicht negativ tönen: die anderen 5 Jungs hatten immer noch eine Scheiss-Freude!

Was sonst noch geschah
Mit der Zwangspause für meinen grünen Lord legte sich auch die Motivation, gross am Tagebuch weiter zu schreiben. So fügen sich die folgenden Zeilen etwas spärlicher zusammen. Nichts desto trotz erlebten wir nach dem Umzug ins dritte Hotel einen erfrischenden Badetag, trafen motorverrückte Kumpel, die wir schon in Korsika getroffen hatten und erlebten einen lockeren Tag. Ich durfte die folgenden Tage wieder im Drehmoment-Monster mit- und selbst fahren. Mit meiner Finger-Kamera sammelten wir einige lustige In- und Outboard-Aufnahmen. Leider wurde jemandem von uns die Brieftasche mit wichtigen Papieren gestohlen. Und die Polizei in Sardinien möchte eigentlich nicht arbeiten am Tag. Und auch nicht in der Nacht. Die möchten eigentlich nur Kafi trinken und ihre Verkleidung tragen. Macht neidisch, oder?
Santa Lucia war der Willkommens- und der Abschiedsgruss der Insel: da gab’s wunderhaft schöne Augen! Wir tranken dort am Wasser jeder noch ein Urinex und staunten. Das half auch etwas über meinen fehlenden Fahrerplatz hinweg. Ohne Lenkrad in den Hände konnte ich ausserdem problemlos den Blick von der Strasse lösen, was durchaus belohnt wurde: Die Berge sind zwar nicht saftig, doch aber dicht bewachsen und schroff. Hier und dort lässt sich das Meer durch die Täler hindurch erhaschen und die Strassen ziehen sich wie Tagliatelle in Pesto-Sauce durch die Berge. Der Eindruck des ersten Tages hat sich über die Woche hin zu einem Fakt gewandelt, der sich zum Abschied noch ein letztes Mal im einzig richtigen Wort manifestiert: unglaublich!

Das Schlusswort
Mir ist klar, dass ich in diesem Bericht das eine oder andere unterschlagen habe. Zum Beispiel, dass wir jeweils so langsam unterwegs waren, dass uns das Gesicht eingeschlafen ist, andauernd. Aber wer einen Super Seven besitzt (und damit meine ich auch die Autos, die nicht mit Cat.. oder Lot… beginnen) muss mindestens ein Mal damit in Sardinien gewesen sein! Die Strassen sind der absolute hammer, die Sonne scheint immer nur von oben und in der richtigen Gesellschaft kann man sehr, sehr viel Spass haben. Also los, ab nach Sardinien! Ich werd mir vielleicht sogar erlauben, mit dem TVR dort hin zu fahren ;-)

… was bisher geschah (Teil 1)

Kurvensucht.ch und dieser Blog entstanden zur Jahreswende ins 2009. Allerdings bin ich schon länger kurvensüchtig. Mit diesem Beitrag möchte ich kurz zusammenfassen, was im 2008 schönes passiert ist:

Im Winter 2007/2008 hab ich mir endlich wieder einen Caterham gekauft: Einen Caterham HPC mit 2-Liter Motor (Opel C20XE), Caterham 6-Gang, Tran-X-Sperrdiff, grosser Bremse und den Kosei K1 - Felgen. Inzwischen hab ich die breite Vorderachse (WideTrack), das Bilstein Vauxhall Aluminium Race Gewindefahrwerk, Caterham R500 Karbonsitze, ein sehr leichtes Schwungrad und eine 8 1/4″ - Kupplung nachgerüstet.

Im Mai durfte ich das Auto, den “grünen Lord”, in Korsika richtig kennen lernen. Zusammen mit Michi, dem Vorbesitzer meines HPC, seinem neuen CSR und einigen anderen, bündner Kumpanen haben wir eine super Woche verbracht. Bewohnt wurde während der ganzen Woche ein Haus, von dem aus wir kleinere und grössere Touren durch Korsika unternommen haben. So war ich die meiste Zeit in Begleitung einer Honda Blackbird (CBR 1100 XX) unterwegs, was verdammt viel Spass gemacht hat!

Chur - Arosa

Im Herbst 2008 war ich ab und an in Graubünden unterwegs, selbstverständlich auch zwischen Chur und Arosa. Bei einer solchen Gelegenheit war eine Kamera mit dabei:

Zu keinem Zeitpunkt der Fahrt wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten oder jemand gefährdet. 

Erster Eintrag

Die ersten Worte. In diesem Blog wird von schönen Erlebnissen im Zusammenhang mit Kurven berichtet. Die Kurven bestehen im Allgemeinen aus Asphalt, Beton, oder in seltenen Fällen, Dreck. Nur selten ist von Kurven aus Fleisch und Blut die Rede, sorry.

Ich würde mich freuen, wenn sich auch andere berufen fühlen, über ihre Erlebnisse zu berichten. Ich kann euch also gern einen Account einrichten, damit ihr in diesen Blog schreiben könnt.

Soweit: viel Spass mit diesem Blog,

Mathias